Freitag, 5. Februar 2016

Das Glückskonzept

Es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten niemals glücklich gewesen zu sein. Genauso gut könnte man eine Kapitulationserklärung unterzeichnen. Das Problem ist, dass man sich unter "Glück" ein überschwängliches Gefühl vorstellt, einen permanenten Zustand, den man erreichen will. Ein Geheimnis, das man entlüften will. In Wirklichkeit ist es wie Dostojewski sagt: "Alles ist gut...Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird glücklich sein, sofort, im selben Augenblick..." So hoffnungslos einfach ist die Lösung.

Es ist also einmal unsere falsche Vorstellung von "Glück", die uns "unglücklich" macht. Es ist die endlose Jagd nach ihm, die den Menschen verunglücken lässt. In Wirklichkeit ist das Schicksal keine Glückssache: Äußere Zustände können für uns günstig und dann beglückend sein - müssen es aber nicht.

Unglücklich wird der Mensch angesichts der unzähligen Möglichkeiten und der grenzenlosen Freiheit unserer Zeit: Stets hat er Angst, dass ihm etwas entgeht, dass er die falsche Wahl (Beruf, Partner etc.) getroffen hat.

Wer sich unglücklich fühlt, sollte sich eher seine Erwartungen und Vorstellungen vor Augen führen. Was er auf keinen Fall machen darf: Auf keinen Fall darf er glauben, dass ihn jemand anderes glücklich machen kann als er sich selbst. Man braucht schon ein eigenes Glückskonzept.

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