Freitag, 19. Februar 2016

Kein Idealismus ohne Freiheit

Dort, wo Pflichten alles reglementieren, ist es schwierig Idealismus zu entwickeln oder ihn zu bewahren. Denn Idealismus setzt Freiheit voraus, die Freiheit ein Ideal zu verwirklichen. Wenn dieses Ideal aber schon von "amtswegen" gesetzt ist, d.h. wenn die berufliche Pflicht und die Verantwortung das Ideal von vornherein einfordern, wird dadurch der Weg zum persönlichen Idealismus erschwert. Im Grunde genommen ist das auch gut so: Denn wo wären wir denn, falls gute Taten immer vom persönlichen Idealismus eines Einzelnen abhängen würden und nicht "systembedingt", durch Leitlinien, zustande kämen? Und dennoch ist es für den Arztberuf, der von Idealismus lebt, schädlich: Denn Arztsein lebt von Herzblut und nicht von steriler Professionalität! Die ärztliche Tätigkeit sollte weniger aus dem Gefühl heraus betrieben werden, um "aus dem Schneider zu sein", d.h. um das Mindeste zu tun, um juristisch nicht mehr belangt werden zu können. Ärztlich tätig sollte man mehr, um jemandem etwas Gutes zu tun - was viel mehr ist, als etwas zu tun, weil Leitlinien der Ärztekammer einen dazu "zwingen".

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