Freitag, 5. Februar 2016

"Negatives Glück"

"Zum Glück" fehlt uns immer etwas: Einen Mangel muss es stets geben, damit dessen Ausgleich als "Glück" empfunden wird ("negatives Glück"). Entscheidend ist, dass man diesen Mangel nicht "persönlich" nimmt und als "Unglück" erlebt, sondern als "Vorbedingung des Glücks" akzeptiert. Natürlich gibt es Schicksalsschläge, für die das nicht unbedingt zutrifft. Aber die Abwesenheit von Glück als pathologisch und behandlungsbedürftig zu empfinden, ist ein "Markenzeichen" unserer psychologisierten Zeit.

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