Mittwoch, 24. Februar 2016

Xenophobie

Für die Behandlung von Angststörungen ist es aus psychiatrischer Hinsicht wichtig zu verstehen, dass die Angst nicht gänzlich in dem Objekt der Angst "begründet" liegt, sondern dass es die eigene Wahrnehmung (!) ist, die sie auf das Objekt der Angst "projiziert". Sie ist also "kopfgesteuert" und nichts, was einen nur von außen kommend ergreift und überwältigt, wenn man selbst nicht die Voraussetzung dafür mitbringt.

Das ist wichtig, weil damit die "Schuldfrage" einhergeht: Der Rassist, der Angst verspürt, macht nämlich Flüchtlinge und Ausländer für sein selbstverschuldetes Delir verantwortlich.

Wie müsste die Therapie aussehen?

Rational. Indem der Betroffene seine Wahrnehmung ändert, dem "Angst - und Hassobjekt" ausgesetzt wird und die Angst aussitzt. Bis er merkt, dass von einem traumatisierten Flüchtling weniger Gefahr für Deutschland ausgeht als von ihm selbst durch sein eigenes hirnamputiertes Verhalten!

Das aber setzt einen Leidensdruck zur Therapie hin voraus, der durch ein "Vermeidungsverhalten" der ihn sanktionierenden Gesellschaft ausgelöst werden muss.

Der Xenophobe aber "lebt" praktisch von dieser Angst: Es definiert ihn geradezu als "Xenophoben", weswegen seine Motivation zur Therapie seiner "Angststörung" "logischerweise" klein ausfallen wird.

Er müsste sich eingestehen, dass er Rassist ist - was aber nicht passieren wird: Kein Rassist würde sich jemals als "Rassist" zu erkennen geben oder sich tatsächlich als solcher definieren. Wenn er das täte, wäre er auch angreifbar. Dafür müsste ein Feigling wie er schon die Anonymität des Internets oder des ihn umgebenden Mobs verlassen. Dann erst könnte man ihn als Menschen behandeln. Bis dahin bleibt er ein verwahrloster Komiker.




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